Beim Heimwärtstrampen nach den Faschingsferien von Göttingen, hatte ich leider nicht mehr so viel Glück. Vielleicht bin ich einfach zu spät am Tage los. Für 500 km muss man spätestens um 9:00 Uhr an der Autobahnauffahrt stehen. Da fällt einem doch ein Vorteil der Bahn ein: Wenn alle Züge so viel Verspätung haben, dass man nicht mehr nach Hause kommt, zahlt sie einem das Taxi. Beim Trampen muss man dann übernachten.


Mindestens eine Stunde stand ich an der Autobahnauffahrt in Göttingen im Nieselregen. Dann endlich hielt ein Fahrzeug und -markant für die ganze Heimfahrt- saß ein prominenter im Auto. Sein Kofferraum war voll mit Mikrofonen, Quetschkommoden und was man sonst noch für eine Tournee braucht.

Ein Lied von Yok auf einem Konzert während einer Demo.

Leider verließ ich schon bei der nächsten Rasstätte den, für mich bis Dato unbekannten, Musiker Yok, Alias Quetschenpaua und ein netter Ingenieur von der Reifenfirma ‚Continental‘ nahm mich mit. Während der Fahrt hörten wir in den Nachrichten, dass er ab kommender Woche, wegen der Finanzkrise, nur noch Teilzeit arbeiten würde. Für ihn schockierend!

In Würzburg angekommen, begann es schon zu dunkeln. Das bringt einerseits weniger Autos mit sich und die wenigen nehmen dann bei Dunkelheit auch noch weniger mit. Glück hatte ich trotzdem bei einem sehr stämmigen Herrn mit einem glänzenden Jeep. Erst während der Fahrt erfuhr ich, dass die Insassen zur Filmcrew von ‚RTL‘ gehörten. Sie hatten gerade einen erfolgreichen Drehtag von ‚Bauer sucht Frau‘ hinter sich. Schade, auch diese Sendung hatte ich bisher noch nie gesehen. Der stämmige Herr spielt wohl auch mit.

Doch auch dieses prominente Gespann musste ich schon bei Rotenburg ob der Tauber verlassen, doch glücklicherweise nicht lange warten, da ein LKW mit viel Geklapper auf den Parkplatz rollte. Beim näher kommen erkannte ich auch schon das Heidenheimer Nummernschild und als der Fahrer ausstieg den Demeter-Bauern aus meiner Gegend. Man, hatte ich ein Glück!

Ich berichtete ihm als er ausstieg den seltsamen Sound, der aus seinem leeren LKW kam, als er an mir vorbei gefahren war, doch er hatte auf der Autobahn von Kiel aus bisher nichts gehört oder bemerkt. Dementsprechend war er überrascht.

Als wir auch nichts Sonderbares fanden, fuhren wir einfach mal weiter. Doch schon an der Auffahrt begann der 10-jährige LKW schrecklich zu ruckeln. Ein Zurück gab es aber nicht, denn eine Autobahn ist leider Einbahnstraße und hat schlechte Wendemöglichkeiten. Also weiter mit schätzungsweise 20 km/h. (Das alte, bei eBay ersteigerte Gefährt hatte nicht einmal einen intakten Tachometer). Nächste Auffahrt runter und in einer Ruckelfahrt über die Landstraße bis in eine Werkstatt. Es schien eine Ewigkeit zu brauchen und wir rechneten jeden Moment damit, dass die Hinterachse durchbrach, und wir auf der Straße aufsaßen. Erleichterung pur, als wir über der Hebebühne der Werkstatt angekommen waren!

Zum Glück holte ein Freund des Bauernhofes uns bald ab, und so erreichten wir noch vor Mitternacht den Heimathafen Heidenheim.

Advertisements