Im Verglichen dazu, wie viele Touristen jährlich Manaus besuchen, hat die Stadt wenig zu bieten. Es ist auch kein Wunder, wenn die Touristen vom Flughafen gleich mit einem der vielen Wildnisabenteueranbieter in den Urwald abdampfen. Doch immerhin, ein Theater, schöne Kunstgegenstände und interessante Menschen am Hafen. Dazu Partys und Sandstrände. Ein kleiner Touristenführer für Manaus, denn für ein paar Tage lohnt sich diese Stadt auf jeden Fall.

Derzeit hat die Millionenstadt Manaus jährlich über 500.000 Touristen. Bis zu den Olympischen Spielen 2012 und zur Weltmeisterschaft 2014 will die Stadt die 1 Mio. Marke knacken, wozu sie einiges investiert. Es werden Stadien gebaut, wo alle Bürger Heidenheims Platzfinden könnten (knappe 60 Tausend) und Tourismusprojekte in der Umgebung von Manaus werden vom Staat und der Industrie kräftig unterstützt (Santa Maria).

Indianer der Inker aus den Anden in Ecuador machen täglich Straßenmusik im Zentrum von Manaus und verkaufen ihre CDs.

Indianer der Inker aus den Anden in Ecuador machen täglich Straßenmusik im Zentrum von Manaus und verkaufen ihre CDs.

Manaus betritt man vermutlich zu 80 % über den Ausgang des Flughafens. Von dort kann man gleich ein Bus in das belebte Stadtzentrum nehmen (siehe: Manaus I – Millionenstadt mitten im Urwald) Der Rest kommt mit dem Boot aus Belem den Amazonas hoch und kommt vom belebten Hafen gleich ins Stadtzentrum.

Zentrum

Im Zentrum von Manaus sollte der Abenteuerinteressierte zunächst mal den Flair genießen. Die tropische Mischung zwischen der Hektik des vollen Lebens und dem entspannten Sonnegenießen.

Eine Saftbar mit Obst ohne Ende.

Eine Saftbar mit Obst ohne Ende.

Das Stadtzentrum ist voll von Läden für alles, was man brauchen könnte. Es sind jedoch weniger die Läden, die dominieren, sondern eher die Einzelhändler mit ihren Ständen, bestück mit 20 Handys, 30 Uhren, etwas Schminkzeug und was sonst noch ein zielloser Käufer als brauchbar erachtet. Besonders das Elektronikgeschäft scheint hier unglaublich zu florieren, doch auch Hängematten, Klamotten und besonders die kulinarische Versorgung hat hier Dauerhochkonjunktur.

Artesanatos

Auf einem zentralen Platz am Hafen stoßen wir auf viele kleine Hütten, gedeckt mit Schilf, unter deren Dächern die schönen Kunsthandwerke der Indianer verkauft werden. Körbe, Ringe, Halsketten und alles, was das Herz begehrt.

Im Stadtzentrum findet man einige alte schmucke Gebäude aus der florierenden Zeit der Kautschuckbarone. Daneben gibt es die schönen Kunstwerke der Indianer zu bewundern.

Im Stadtzentrum findet man einige alte schmucke Gebäude aus der florierenden Zeit der Kautschuckbarone. Daneben gibt es die schönen Kunstwerke der Indianer zu bewundern.

Kautschuckbarone

Im Zentrum finden sich auch noch alte, doch nur teilweise erhaltene, prunkvolle Bauwerke aus der Zeit, als Manaus ausschließlich Kautschuckbaronen gehörte, die den wichtigen Rohstoff Gummi aus dem Wald holten und an die aufblühende Autoindustrie in den Industrienationen lieferte.

Die bis heute von der Regierung genutzte Residenz eines Deutscher Kautschukbarons aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Die bis heute von der Regierung genutzte Residenz eines Deutscher Kautschukbarons aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Aus dieser Zeit stammt auch Amazoniens ganzer Stolz: das „Teatro Amazonico“. Ein prunkvoller Bau, der anscheinend das erste Theater Brasiliens überhaupt gewesen sein soll.

Ponta Negra

Schwingen wir die Hachsen, bzw. zunächst die Busfahrkarte, und fahren zur „Schwarzen Brücke“. Warum das so heißt, ist nicht überliefert, denn eine Brücke wird erst jetzt erbaut. „Ponta Negra“ ist der Begriff für die Partymeile in Manaus. Hier am Strand gibt es fast jeden Abend Livemusik und bei Bier und Grill wird am warmen Rio Negro gefeiert.

Die Hälfte des Strandes ist allerdings gesperrt. Baustelle. Auf der Absperrung sind Bilder von einer Freilicht-Show-Bühne für die Olympischen Spiele und die Weltmeisterschaft.

Ponta Negra, die Bademeile Nr. 1, besonders nachts, wenn es fetzige Partys gibt.

Ponta Negra, die Bademeile Nr. 1, besonders nachts, wenn es fetzige Partys gibt.

Der Schmuck der Urvölker – INPA

Im Norden ist die INPA, ein zoologischer Garten zum Forschen an Urwaldtieren. Imaculada, Bu’ús Schwester, führt uns dort zum Mitarbeitereingang hinein, wodurch wir nichts zahlen müssen. Hier sieht man all die Urwaldtiere gleich hinter kleinen Zäunen, die sich sonst im Urwald so gut verstecken. Auch kann man hier Artesanatos kaufen. Imaculada ist hier in Manaus Präsidentin der Organisation „Artesanatos APN“, die Kunst und Schmuck indigener Frauen aus Manaus verkauft. Aus Arbeitsmangel und Kulturschock enden die meisten indigenen Frauen in Manaus als billige Putzkräfte. Die Organisation aber bereist abgelegene Flussregionen und kauft dort Rohmaterialien der Indianervölker, woraus dann die Frauen in der Stadt Schmuck machen und somit ein zweites Standbein für den Lebensunterhalt aufbauen können. Auch wir kaufen später etwas Schmuck der Organisation, auch wenn er etwas teuerer ist, als der, den man in einer großen Markthalle am Hafen in rauen Mengen kaufen kann. Schaut man sich den Stundenlohn an, liegt dieser oft unter einem Euro pro Tag, doch gehört das Schmuckmachen oft noch zur Kultur.

Nebenbei gibt es einige Musen zum Thema der Indios und ein paar Kunsthallen, die hier jedoch, aus Warnung vor Langeweile weggelassen werden.

Im Grunde war das auch das einzige Problem unserer Reise. Manaus ist spannend für ein Tag, vielleicht bis zu vier Tagen, dann können wir es richtig genießen. Doch wir hingen in diesem Loch für gute 2 Wochen fest, weil das Reisen so teuer und schlecht zu organisieren war.

Nachtleben in Manaus.

Nachtleben in Manaus.

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