Mein Freiwilligendienst naeert sich ja schon bald der Zielgeraden. Die Sprache klappt nun ganz gut und so ist das Leben viel einfacher. Noch ein paar Projekte moechte ich bis August realisieren, insbesondere eine kleine Fahrt mit den Favelakindern mit Zelt, Rucksack und Lagerfeuer. Ansonsten bleibe ich groestenteils in den gleichen Arbeitsbereichen, doch mit meinem Drahtesel kann ich vieleicht noch mehr Sao Paulo sehen und fotografieren.

Tja, zunaechst einmal muss ich ja Deutschland gratulieren. Gratulieren fuer das militaerische Nichteingreifen in Lybien gegen Gaddafi. Denn wenn der Diktator bereits seine eigene Bevoelkerung auf seine Seite kauft, koennte sich ein gleiches Bild abzeichnen, wie in Afghanistan. Warum kaempfen die westlichen Maechte nicht mit den Aufstaendischen zusammen? Warum sind Bodentruppen nach dem UN-Mandat verboten? Ich glaube in diesem Fall war unsere Anti-Atom-CDU und Westerwelle schlauer als der Amerikanische Friedensnobelpreistraeger, der nun dort einen Krieg beginnt.

Doch genug zur Politik, von der ich eigentlich keine Ahnung habe. Denn ich habe mir heute ein neues Fahrrad gekauft! Sehr gebraucht, doch mit liebe zusammengeflikt. Ein Drahtesel, den ich vermutlich in Deutschland geschenkt bekommen haette, doch weil hier alles einen Wert hat, selbst Alteisen, musste ich immerhin 120 Euro zahlen.

Doch nun kann ich die lebendige stadt noch weiter erkunden und komme vielleicht sogar raus aus Abgasen, Gestank und halsbrecherischem Verkehr.

Diese Brücke über den stinkenden Fluss Pinheiros ist Symbol Sao Paulos und hintergrundkulisse eines Fernsehsenders.

Diese Brücke über den stinkenden Fluss Pinheiros ist Symbol Sao Paulos und hintergrundkulisse eines Fernsehsenders.

Ansonsten laeuft es gut. Montags bis Donnerstags arbeite ich weiterhin vormittags in meiner Hortgruppe und gebe nachmittags Cellounterricht. Freitags gebe ich seit neustem mit einem Freund zusammen einen Fotokurs an Jugendliche der Favel. Im Rahmen des „Centro Futuro“ von Monte Azul, eine Art Berufsorientierung.

Abends gehe ich gerne ins Pontinho de Cultura, wenn ich nicht gerade Samba Rocky tanze, Capoeira mache oder einfach im Voluhaus mit Japanern, Skandinaviern und Wiebke aus Hamburg koche oder Blogberichte schreibe.

Und Sonntags ist natuerlich Tischtennis.

Mein neues Fahrrad, auch wenn es im Hintergrund des Fernsehsenders steht, wird wohl nie zum Wahrzeichen werden, dafür werde ich mit ihm jedoch hoffentlich viele weitere Wahrzeichen sehen.

Mein neues Fahrrad, auch wenn es im Hintergrund des Fernsehsenders steht, wird wohl nie zum Wahrzeichen werden, dafür werde ich mit ihm jedoch hoffentlich viele weitere Wahrzeichen sehen.

Inzwischen gehe ich jeden Morgen wenn es nicht regnet eine 3/4 Stunde im Park joggen. Dadurch laesst sich der Salavormittag viel besser ertragen und vielleicht werde ich etwas von meinem Voluspeck los.

Ich bin gespannt, wann ich nun Zeit finde zum Fahrrad fahren und wo es mich ueberall hinfuert.

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