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Mit einem kaputten Reisebus bin ich ueber Nacht von Villazon nach La Paz, der Hauptstadt gekommen. La Paz liegt in einem Tal, an dessen Wänden die Häuser hochranken. Es gibt viele Kinder die auf der Strasse arbeiten und so habe ich auch schnell zu der Einrichtung für Strassenkinder „Fundacion la Paz“ gefunden. 



La Paz

Nach dem schönen Geigenunterricht mit Itataci bin auch aufgebrochen in die Hauptstadt.

Eigentlich ein Wunder wie Bolivien so billig sein kann. Die 15 Stündige Fahrt für 80 Bolivianos hat umgerechnet nur 8 € gekostet. Dementsprechen war aber auch die Fahrt. Mein Sitz ließ sich nicht senkrecht stellen und durch die vielen Schlaglöcher wurde er während der Fahrt waagerecht. Es war ein kleines Drama, weil ich entweder ohne Lehne 15 Std. fahren muesste oder auf den Oberschenkeln meines Hintermannes liege, was ihem sicherlich die Knie brechen würde. Wir lösten es dann notdürftig mit Taschen.

Die Straße war keinesfalls durchgehend geteert. Oft ging es in über Schotterpisten und da ich hinter der Hinterachse saß, katapultierte mich die ein oder andere Welle 20 cm aus dem Sitz, die ich dann krachend wieder runterfiel. Auch wenn ich gerade am Einschlafen war, war ich hinter jedem Höhenflug wieder hellwach.

Zeitweise hat auch das Baby eine Reihe hinter mir kräftig geschrien und musste gewickelt werden, wodurch ich entweder aufgrund des Geruchs oder des Krachs aufwachte.

Die anderen Passagiere waren Bolivianer, meist auf dem Weg in die Heimat La Paz, nachdem sie für ein paar Monate illegal in Argentinien gearbeitet hatten.

Bei Nacht wurde es Arschkalt, da es keine Heizung gab und die Kaputten Fenstern durch das Rütteln der Fahrt immer aufgingen und der kalte Wüsten-fahrtwind hinein pfiff.

Doch ich habe es überlebt. Und hier in Bolivien ist es auch nicht mehr ganz so kotz-trocken wie in der Atacamawüstenregion. Das Essen ist gut und besonders billig. Pro Tag brauche ich nicht mehr als 2 € (20 Bolivianos) zum Essen.

Hier in La Paz gibt es ein sehr gutes Netz von Kinder und Jugendlichen, die auf der Straße arbeiten. Und so habe ich gleich die „Fundacion la Paz“ aufgesucht, die diesen Straßenkindern hilft. Änlich wie Monte Azul sehe ich hier Kindergärten und Workshops für die Jugendlichen. Sie haben sogar einen eigenen Radiosender hier im Gebäude, den die Jugenlichen moderieren. Das Projekt sei sehr groß. Neben verschiedenen weiteren Häusern mit Workshops gibt es besonders Schlafstätten, wo die Jugendlichen ein sicheren Unteschlupf finden.

Dieses Projekt wird von der Organisation „Terre des hommes“ unterstützt: Unter folgendem Link wird das Projekt sehr gut beschrieben. http://www.tdh.de/content/themen/schwerpunkte/strassenkinder/projekte/bolivien_FundacionLaPaz.htm

Heute werde ich noch hier bleiben und bei Couchsurfern übernachten um morgen weiter nach Cusco zu fahren. Ob ich wirklich trampe, weiß ich noch nicht. In dem am dünnsten besiedelten Land Südamerikas gibt es sehr wenig Transport und wenn man die Straßen in La Paz sieht, so fahren dort nur Sammeltaxis und kleine Busse. Private Autos hat hier kaum einer.

Bolivien:

Hauptstadt: Sucre (300.000 Einw.) Regierungssitz: La Paz (knappe 900.000 Einw.)
Landessprache: Spanisch
Einwohner: 10 Mio. Fläche: 1 Mio. km² Einwohnerdichte: 10 Einw/km²

(zum Vergleich Deutschland: Einw. 82 Mio. Fläche: 357.000 km² Einw.dichte: 229 Einw/km²)

(Fotos kommen später in den Bericht. Leider gerade keine Zeit.)

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